Wie funktioniert der Mälzvorgang?

Grundsätzlich kann der Mälzvorgang in sechs Schritte unterteilt werden:

1. Vorreinigen, Trocknen und Lagern des Getreides

Dabei wird das angelieferte Getreide grob von Staub, Grannen und Spelzen, sowie sonstigen Fremdstoffen, gereinigt. Danach wird das Getreide auf getrocknet, um es lagerfähig zu machen.

2. Putzen und Sortieren

Hierbei findet eine weitere Reinigung, die sogenannte Hauptreinigung, statt. Hier wird das Getreide gezielt von den bereits erwähnten Fremdstoffen befreit. Anschließend muss das Getreide in gleiche Körnergrößen sortiert werden, um solche Mischungen zu erzielen, die den Malzkontrakten mit den Brauereien / Abnehmern gerecht werden.

3. Weichen

Wenn das Getreide im Lagerstadium ist, hat es zu wenig Eigenwassergehalt, um die Keimbedingungen zu erfüllen. Beim Weichen wird deshalb das nötige Vegetationswasser von außen zugeführt. Der Weichvorgang dient auch zur Sauerstoffversorgung des Weichgutes und der nochmaligen Reinigung des Getreides.

4. Keimen

Durch das vorherige Weichen kann nun der Keimvorgang des Getreides einsetzen. Dies kann man durch die äußerliche Entwicklung der Keime feststellen. Die für das Bierbrauen wichtigeren Vorgänge finden jedoch im Korninneren statt. Dabei werden insbesondere Enzyme gebildet, die Stoffwechselvorgänge bewirken, sowohl während der Keimung als auch beim späteren Maischvorgang, durch Umwandlung der Stärke in Zucker. Diese Enzyme bewirken beim Maischen, dass Eiweiß, Fett, Zellwände und insbesondere Stärke abgebaut werden. Das Produkt am Ende des Keimvorganges nennt man Grünmalz.

5. Darren

Beim Darren wird das Grünmalz durch den Einsatz von Hitze getrocknet, wodurch diesem das Wasser entzogen und ein Wachstumsstop (Keimabbruch) bewirkt wird. Die beim Keimen gebildeten Enzyme bleiben jedoch erhalten. Durch die Darrdauer wird die Malzfarbe bestimmt. Diese wird international mit EBC-Einheiten (engl.=European Beer Colour) beziffert, was bedeutet: Je höher die EBC-Zahl, desto dunkler das Malz und das Bier.
Auch bei Bierrezepten für Hausbrauer wird die Gesamtfarbe in EBC angegeben, woran man den späteren Farbton des Bieres rech einfach erkennen kann.

6. Abkühlung, Entkeimen und Lagerung

Damit das Darrmalz sich nicht noch dünkler färbt und um eine Enzymschädigung zu verhindern, muss es gezielt abgekühlt werden. Danach müssen die Malzkeime entfernt werden, da diese dem Bier einen bitteren Geschmack verleihen würden. Das Darrmalz muss nun noch mindestens vier Wochen lagern, bis die Enzyme wieder optimal arbeiten. Erst dann ist das gemälzte Getreide als Braumalz verwendbar.

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